Smart Meter (intelligente Stromzähler) - Nein Danke !!


Auf Wunsch einer EU-Richtlinie sollen bis 2020 ca. 80 % der Haushalte mit Stromzählern ausgestattet sein, mit welchen der Stromverbrauch jederzeit aus der Ferne auslesbar ist. Das Ganze natürlich mit dem Argument der Stromersparnis und als Dienst am Kunden. Doch dies ist nur ein Vorwand. Die zu erwartende gesundheitliche Belastung und Überwachung machen Verbraucher mobil. Über den Stromverbrauch lässt sich vieles auswerten, z.Bsp. ob jemand Zuhause ist, ob gekocht wird oder andere Geräte betrieben werden. Auch kann mit diesen Geräten der Strom aus der Ferne abgeschaltet werden. Im vorauseilenden Gehorsam will Österreich 95 % aller Stromkunden mit Smart Meter ausrüsten.

Viele Gruppen und Initiativen wendeten sich gegen diesen verpflichtenden Einbau und hatten in Österreich einen ersten Erfolg: Am 3. Juli 2013 hat das Österreichische Parlament eine Novelle zum ELWOG beschlossen. In dem geänderten Gesetz wurde ausdrücklich ein Recht des Kunden eingeräumt, dass ihm gestattet, ein solches "intelligentes Messgerät" abzulehnen. (Hier die gesetzliche Lage)
Falls bereits ein Smart Meter installiert wurde, oder Sie in eine neue Wohnung/Haus ziehen, wo bereits ein Smart Meter eingebaut ist, haben sie das Recht, den Rückbau auf ein altes Gerät auf Kosten des Stromversorgers zu verlangen.

- Erheben Sie Einspruch und lehnen die Smart Meter Zähler ab. Dies sollten Sie zeitnah machen, denn sobald der Smart Meter eingebaut wurde, wollen die Netzbetreiber diesen nicht mehr entfernen.
- Musterbriefe zur Ablehnung / Widerspruch (für Österreich), welche an den Netzbetreiber gesandt werden können finden Sie HIER

Überwachungszähler - Nein Danke

Allem voran stellt sich hier die Frage, wie Gesetzgeber und Netzbetreiber auf die Idee kommen, den Menschen ein Gerät einbauen zu wollen, welches sie ausspioniert, Elektrosmog abgibt und sie aus diversen Gründen nicht wollen.

Strom vom Volk für das Volk ?
Eigentlich sind Stromgesellschaften vom Volk gegründet worden um für das Volk zu arbeiten. Inzwischen wurden daraus großteils gewinnorientierte Unternehmen gemacht, welche nicht dem Volk verpflichtet sind, sondern dem Kapital.
Die Einführung der Smart Meter wurde von der EU als Richtlinie vorgegeben. Teile der Energiewirtschaft begrüßen diese Einführung mit dem Argument, dass dadurch eine bessere Information der Konsument Innen möglich sei, die in der Folge zu einem effizienteren und kostengünstigeren Verbrauchsverhalten führen soll. Darüber hinaus wird mit einem besseren Service und mehr Komfort für den Kunden geworben. Die jährlichen Ablesetermine fielen weg und die Auswahl verschiedener Anbieter und Tarifmodelle würde erleichtert. Doch diese Darstellung lässt allerdings viele problematische Punkte weg.

Mehr Kosten für die Konsumenten!
Smart Meter sollen helfen, Energiekosten zu senken. Allerdings kosten diese Zähler wesentlich mehr als die bestehenden Ferraris Zähler. Außerdem ist die Haltbarkeit dieser elektronischen Zähler um ein vielfaches kürzer. Diese enormen Kosten der Umstellung, der Datenverarbeitung u.dgl. werden am Ende die Verbraucher zahlen, wer sonst ?! Die alten Ferraris Zähler sind aufgrund ihrer Bauart und einfachen Funktion beinahe unbegrenzt verwendbar, und viele davon seit länger als 50 Jahren im Einsatz. Smart Meter sind kleine Computer die sicherlich nur einige Jahre halten. Man hört ständig von defekten Smart Metern, die schon nach kurzer Zeit ausgetauscht werden mussten. Alleine dieser Punkt ist ein ökonomischer und ökologischer Wahnsinn.
Der Vorarlberger Landesrat Schwärzler spricht von 300 Euro Investitionskosten und 15 Euro laufender Betriebskosten. Der Messpreis für den Kunden würde sich lt. Schwärzler von 32 auf 76 Euro steigern.


Ferraris Zähler

Überwachung und Datenschutz!
Der Smart Meter ist ein weiterer Schritt, der einen gläsernen Menschen entstehen lässt. Mit dem Smart Meter wird sichtbar, wann man in der Wohnung / Haus ist (oder nicht), u.U. auch wie viele Personen dort sind, was man gerade macht oder welche Art von Geräten man gerade betreibt. Zudem gibt es in Österreich den Kündigungsgrund der Nichtbenützung einer Wohnung. Es besteht daher die Gefahr, dass ein geringes Verbrauchsverhalten dazu benützt werden kann, unliebsame Mieter zu kündigen. Es entstünde somit die groteske Situation, dass sparsame Mieter beweisen müssten, dass sie an der Wohnung ein dringendes Wohnbedürfnis haben.
Ungeklärt ist, wer wann auf welche Daten Zugriff hat. Die Rechtsgrundlagen sind schwammig formuliert und es besteht die Gefahr, dass das persönliche Nutzerprofil in falsche Hände kommt. Außerdem wittern die Netzbetreiber schon ein Geschäft mit diesen verkaufbaren Daten. Die gespeicherten Daten liegen dann auf Servern (womöglich im Ausland) und jedes noch so sichere Netzwerk wurde schon gehackt und Daten gestohlen.
Außerdem kann (bei PLC Übertragung) mit einem geeigneten Gerät, von jeder Steckdose aus alle Daten der im selben Trafonetz befindlichen Smart Meter mitgelesen / ausgelesen werden bzw. manipuliert werden oder auch der Strom abgeschaltet werden.

Stromabschaltung von der Ferne!
In den Smart Metern sind Stromlastrelais eingebaut, mit denen man aus der Ferne den Strom abschalten kann, falls der Kunde nicht bezahlt hat (oder aus anderen Gründen stromlos gemacht werden soll).

Gesundheitliche Belastung durch Mobilfunk im Zähler oder zusätzlicher E-Smog auf Stromleitungen

Diese Zähler sammeln die Verbrauchswerte und übertragen diese je nach Vorgabe oder Abfrage an den Energieversorger. Die Datenübertragung erfolgt entweder durch Mobilfunk, Powerline-Communication (PLC) und/oder Internetverbindungen über Netzwerkkabel (LAN-Kabel), oder direkter Anbindung über Glasfaserkabel.

Österreichische Ärztekammer warnt: Neue Stromzähler führen zu mehr Elektrosmog

Wien (OTS) - Die geplante flächendeckende Einführung von "intelligenten Stromzählern", so genannten Smart Metern, kann nach Ansicht des Referates für Umweltmedizin der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK) zu gesundheitlichen Folgen führen. Die Übertragung der Daten führe zu einer signifikant steigenden Belastung mit Elektrosmog, heißt es in einer Aussendung am Samstag. Die ÖÄK appelliert nun an das zuständige Wirtschaftsministerium, die Gesundheitsrelevanz der neuen Technik im vorliegenden Gesetzesentwurf zu berücksichtigen, anstatt in "vorauseilendem Gehorsam" eine an sich unverbindliche EU-Verordnung umzusetzen.

Die Krux: Die zur Verfügung stehenden Übertragungsmöglichkeiten wie Funk oder die Übertragung über das Stromnetz selbst (Powerline Communication, kurz PLC) führen zu gesundheitsschädlichem Elektrosmog. Bei Powerline Communication kommt dazu, dass die vorhandenen elektrischen Leitungen und die daran angeschlossenen Geräte nun vermehrt Elektrosmog (elektrische Felder im Kilohertzbereich) abgeben.

"Die WHO hat 2001 niederfrequente Magnetfelder sowie 2011 auch hochfrequente elektromagnetische Felder als möglicherweise krebserregend für den Menschen eingestuft", erklärt ÖÄK-Umweltreferent Gerd Oberfeld. Für Zwischenfrequenzen im Kilohertzbereich, wie sie bei der in Österreich favorisierten PLC-Anbindung vom Trafo zum Smart Meter auftreten, liegen Daten aus den USA vor, die ebenfalls ein erhöhtes Krebsrisiko zeigen. Auch ein vermehrtes Auftreten so genannter Multisystemerkrankungen - dabei sind mehrere Organe bzw. funktionelle Systeme gleichzeitig betroffen - ist denkbar. Die Folgen: Erschöpfungszustände, Lernprobleme, Depressionen usw..

In mehreren Bezirken Kaliforniens wurde die Installation der Smart Meter mittlerweile vorerst auf Eis gelegt, da die zuständigen Gesundheitsbehörden entsprechende Bedenken geäußert haben. Auch in weiteren US-Bundesstaaten sowie in Teilen Kanadas und Frankreich wachsen die Vorbehalte gegen Smart Meter. Das Wirtschaftsministerium sei daher aufgefordert, die zu erwartenden gesundheitlichen Folgen zu berücksichtigen, so der ÖÄK-Umweltreferent abschließend. (sl)

Quelle und gesamter Text HIER

Auch die amerikanische „Cancer Society“ warnt vor erhöhtem Krebsrisiko durch Smart Meter - HIER

Smart Meter messen bis zum 6-fachen des tatsächlichen Stromverbrauchs

Eine Untersuchung an der Universität Twente (Niederlande) sorgt derzeit für ordentlichen Aufruhr bei den StromkundInnen. Die Untersuchung fand im Laborversuch heraus, dass heute marktübliche Smart Meter bis zum Sechsfachen des in Wirklichkeit vorliegenden Stromverbrauchs messen. Der Grund: Viele Smart Meter kommen mit modernen Geräten wie Energiesparlampen, LED-Leuchten mit Dimmer, effizienten Schaltnetzteilen, usw. nicht zu Rande. Weitere Infos dazu HIER und HIER und HIER.

Smart Meter mit deaktivierter 15 Min. Speicherung ist trotzdem ein Smart Meter !

Wenn man einen Smart Meter ablehnt, versuchen die Energieversorger trotzdem ein solches Gerät einzubauen, bei welchem die ständige Speicherung der Daten (im 15 Min. Takt) deaktiviert ist, und die Zählerstände scheinbar nur wöchentlich, monatlich oder jährlich ausgelesen werden (sie nennen diese Zähler dann "Digitale Standardzähler").

Doch kein Endverbraucher kann kontrollieren, ob Daten gesammelt werden und wie oft die Daten von der Ferne ausgelesen werden. Diese 15 Min. Speicherung ist auch von der Ferne ein- und ausschaltbar. Selbst wenn die Aufzeichnungsfunktion deaktiviert wurde, bleibt die gesundheitliche Belastung bestehen, da der Smart Meter trotzdem immer aktiv ist, sobald ein Datensignal auf der Leitung unterwegs ist.
Bei einer Ablehnung akzeptieren Sie nur einen analogen Zähler (oder einen Zähler neuerer Bauart, welcher keine Daten sammelt und über keine fern-auslesbare Datenschnittstelle verfügt bzw. nicht von der Ferne auslesbar ist).

Im Gesetz ist klar geregelt, dass man ein solches "intelligentes Messgerät" ablehnen kann, und was ein "intelligentes Messgerät" ist. Sobald der Zähler eine fern-auslesbare Datenschnittstelle hat, ist er ein "intelligentes Messgerät" und kann abgelehnt werden.
Hier eine Zusammenfassung der Gesetzestexte und die Erklärung dazu- HIER

Die Netzbetreiber ignorieren momentan leider die eindeutige Gesetzeslage. Sollte der Netzbetreiber trotz Ablehnung versuchen einen Smart Meter einzubauen, bleibt nichts anderes übrig, als den Einbau nicht zuzulassen. (Mehr dazu bei der Vorgehensweise zur Ablehnung auf der 1. Seite des jeweiligen Formulars)

Entfernung von Smart Meter und Rückbau auf analoge Zähler

Das Gesetz in Österreich sieht vor, dass man ein "intelligentes Messgerät" (Smart Meter) ablehnen kann. Wenn bereits ein Smart Meter installiert wurde, oder sie in eine neue Wohnung/Haus ziehen, wo bereits ein Smart Meter eingebaut ist, haben Sie das Recht, den Rückbau auf ein altes Gerät auf Kosten des Stromversorgers zu verlangen.

Die Energieversorger setzen oftmals auf Überrumpelungstaktik, aber wenn man sich auf die Füße stellt, wird der Smart Meter auch wieder entfernt. Siehe HIER einen Bericht aus Oberösterreich, wo ein bereits eingebauter Smart Meter wieder entfernt wurde, und wieder analoge Zähler für Verbrauch und Einspeisung (Photovoltaikanlage) eingebaut wurden. Hier auch ein Bericht aus Wien, wo wieder ein analoger Zähler eingebaut wurde.

Im Artikel von Klaus Faissner in "Alles Roger" gibt der Pressesprecher der Energie AG Oberösterreich folgende Stellungnahme ab: Der Monteur des Unternehmens versuche - mit einem Smart Meter in der Hand -, Verweigerer im persönlichen Gespräch umzustimmen. Falls dies nicht gelinge, bekomme der Haushalt einen Smart Meter mit reduzierten Funktionen. Und nur auf ausdrücklichen Wunsch könne er den alten Ferraris-Zähler vorläufig behalten.

Reinhard Brehmer, Geschäftsführer von Wien Energie Stromnetze sagt hierzu: ...... Insbesondere sei es ein Problem, dass Kunden auf den Einbau eines intelligenten Stromzählers verzichten können und bei einem Umzug den Rückbau auf ein altes Gerät auf Kosten des Stromversorgers verlangen können. „Wir überlegen, ob wir diese Regelung rechtlich prüfen lassen“, sagt Brehmer.
(Quelle HIER )

Wunschkonzert der Industrie

Es gibt unzählige Beispiele, wo sich die Industrie auf EU-Ebene Gesetzte zu Ihren Gunsten geschaffen hat. Nicht umsonst arbeiten in Brüssel 25.000 Lobbyisten.
Klaus Faissner schreibt in seinem Artikel in "Alles Roger": " Schon bei der EU-Richtlinie 2009 gab die Industrie den Ton an. Wie Medien berichteten, sei dies bei den drei nachfolgenden österreichischen Verordnungen durch Kapsch oder Siemens mindestens ebenso der Fall gewesen. Als politisch Verantwortliche nennt ein Branchenkenner gegenüber alles roger? Walter Boltz von der Regulierungsbehörde E-Control und Christian Schönbauer vom Wirtschaftsministerium. "Beide waren Smart-Meter-Fans. Hier haben zwei Jahre lang Vertreter der europäischen Zählerindustrie die Klinken geputzt und viel versprochen. Zwei erlassene Verordnungen waren ein Wunschkonzert der Industrie." Vertreter des Energiesektors schätzen die Gesamtkosten der österreichweiten Umrüstung seit Jahren auf knapp eine Milliarde bis zwei Milliarden Euro. Das wären etwa 200 bis 400 Euro pro Haushalt. Hinzu kommt ein sicheres Folgegeschäft für die Zählerhersteller: Smart Meter sind im Grunde nichts anderes als Computer mit Fernabschaltung und einer recht geringen Lebensdauer. Herkömmliche Ferraris-Zähler halten hingegen meist mehrere Jahrzehnte. Viele Studien ergaben, dass insbesondere kleine Haushalte kaum Energiespareffekte erzielen werden.

(Quelle HIER und HIER )

Smartes Lobbying

Ein kleiner Blick hinter die Kulissen zeigt: Hinter der Einführung des fragwürdigen Überwachungsstromzählers Smart Meter steht beinhartes Polit-Lobbying. Der Industrie winkt ein Bombengeschäft.
Hier ein sehr guter Artikel der Solidarwerkstatt: HIER LESEN

Nicht alle EU Länder setzen diese Richtlinie um

Die EU-Kommission veröffentlichte im Juni 2014 einen Report zum Stand der Arbeiten am Aufbau von Smart-Meter-Infrastrukturen in Europa. Demnach haben sich 16 Mitgliedstaaten für einen Rollout von 80 % Smart Metern bis 2020 entschieden (Österreich, Dänemark, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Polen, Rumänien, Spanien, Schweden und Großbritannien). Hier wird bis 2020 eine durchschnittliche Durchdringungsrate mit Smart Metern von 95 % erwartet. Dagegen planen drei Mitgliedstaaten nur einen selektiven Rollout (Deutschland, Lettland, Slowakei). Deutschland strebt eine Ausstattung von nur etwa 15 % der Anschlüsse bis zum Jahr 2029 an. Drei Mitgliedstaaten wollen keinen Rollout durchführen (Belgien, Litauen und Tschechien). Bei den restlichen Mitgliedstaaten lagen die Kosten-Nutzen-Analysen entweder noch nicht vor oder waren unschlüssig.

Quelle Wikipedia
Weitere Quellen und Infos dazu: HIER und HIER und HIER

Vorgehensweise bei der Ablehnung des Smart Meters